"Wer Karten studiert, wird Beziehungen entdecken,
auf die er sonst nicht gekommen wäre."
Robert Louis Stevenson
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zu einer Reise in die Ausstellung „Vermessen: Kartographie der Tropen“. Mit 150 Exponaten, die das Gebiet zwischen den Wendekreisen von Krebs und Steinbock darstellen, werden Raumkonzepte, Karten und kosmographische Weltbilder aus Europa, China und dem arabischen Raum indigenen, in den Tropen selbst entstandenen Modellen gegenübergestellt. Zwar hatte man in Europa bereits seit der Antike eine Vorstellung von den heißen, unbewohnbaren Tropen, doch erst im Zeitalter der großen Entdeckungs- und Forschungsreisen wurden sie konkret. Zu den vorrangigen Aufgaben gehörte es, die unbekannten Territorien zu vermessen, doch auch die Unternehmungen selbst waren vermessen, und häufig wurde falsch vermessen, seit Kolumbus aufgrund ungenauer Angaben über den Erdumfang den westlichen Seeweg nach Indien suchte, aber in die Karibik gelangte, Magellan den Globus umrundete, Cook vergeblich nach bereits kartierten Südseeinseln fahndete, A. von Humboldt unmenschliche Höhen in den Tropen erklomm oder die Suche nach den Nilquellen im Inneren Afrikas die Gemüter erregte.
Während diese Expeditionen die europäische Kartographie präzisierten und die Voraussetzung der Vermessung der Welt schufen, erhielt man erstmals Kenntnis von andersartigen Verfahren zur Orientierung und Fixierung des Raumes; denn die Tropen waren bewohnt, und die Menschen dort kartierten sowohl Raum als auch Zeit. Mehr noch, es fanden sich RaumZeit-Dokumente längst untergegangener Kulturen.
Karten antworten keineswegs nur auf die Frage nach dem „Wo“, sondern sie inspirieren, wie der Autor des Weltromans “Die Schatzinsel”, Robert Louis Stevenson feststellte: „Wer Karten studiert, wird Beziehungen entdecken, auf die er sonst nicht gekommen wäre“.
Die Ausstellung ist Teil des mehrjährigen Schwerpunktes „Auf dem Weg zum Humboldt-Forum“.




