"Wer Karten studiert, wird Beziehungen entdecken,
auf die er sonst nicht gekommen wäre."
Robert Louis Stevenson
Vermessen - Kartographie der Tropen
Die Ausstellung „Vermessen: Kartographie der Tropen“ thematisiert die Orientierung und räumliche Darstellung in den Tropen. Kartographische Konzepte der „Alten Welt“ werden außereuropäischen, in den Tropen entstandenen Raummodellen gegenübergestellt. Dabei handelt es sich keineswegs ausschließlich um „Landkarten“ im herkömmlichen Sinn.
Die Ausstellung beginnt mit einer Einführung in die europäische Kartographie seit der Definition der Tropen in der Antike. Das Gebiet der Sonnenwende zwischen den beiden Wendekreisen in 23,5° nördlicher Breite (Wendekreis des Krebses) und 23,5° südlicher Breite (Wendekreis des Steinbocks), erstreckt sich vom feuchtheißen Äquator bis zu den trockenen Tropen. Dazu zählen auch die „Kalttropen“ der Anden sowie riesige Wassergebiete im Südpazifik. Menschen, die in diese Gegenden vordrangen und sie besiedelten, entwickelten unterschiedliche Methoden ihrer räumlichen Erschließung. Entsprechend vielfältig sind die Entwicklung von Navigationsverfahren und die Darstellung von Land bzw. Wasser, Routen und Orten. Astronomie und Kosmologie haben in der Kartographie der Tropen stets eine bedeutende Rolle gespielt, da ohne die genaue Beobachtung der Verläufe von Sonne, Mond und Sternenhimmel die Entwicklung brauchbarer Karten nicht nicht möglich gewesen wäre.
Neben frühen Weltkarten (Mappae Mundi), Portolanen (Seekarten), Globen, Astrolabien und Sextanten aus der „Alten Welt“ sind in der Ausstellung u. a. die berühmten Stabkarten aus der Südsee, frühkoloniale Dokumente aus Mexiko (Katasterpläne und Lienzos), ein balinesischer Erdbebenkalender oder Telegrafenkarten aus Java zu sehen sein.
Die Ausstellung ist Teil des mehrjährigen Schwerpunktes „Auf dem Weg zum Humboldt-Forum“.




